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Resolution: Bildung für nachhaltige Entwicklung in NRW

Erstellt von der Projektgruppe Naturschutz/Umweltbildung im

Forum „Aktion Zukunft Lernen“


Angesichts der Halbzeit der UN-Dekade der Bildung für nachhaltige Entwicklung

2005 - 2014 werden mit dieser Resolution die wichtigsten Faktoren aufgezeigt, die

zum Erreichen der Ziele der weltweiten Dekade in NRW notwendig sind. Basis bildet

unter anderem die aktuelle „Bonner Erklärung“ der Halbzeitkonferenz der UN-Dekade

vom 2.4.2009. In dieser wurde gefordert, dass die Mitgliedsstaaten den „Beitrag von

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) für Bildung insgesamt und zum Erreichen

von Bildungsqualität vorantreiben“ und „angemessene Ressourcen und Finanzmittel

für BNE mobilisieren“ sollen. Diese Forderung hat als Hintergrund die meist geringe

personelle Ausstattung und häufig nicht leistungsgerechte Bezahlung der Akteure in

der BNE.


Die Notwendigkeit des Handelns wird noch verstärkt durch die aktuellen Daten der

Klimaforschung. Diese zeigen einen extrem hohen Veränderungsbedarf im Verhalten

der Bevölkerung in den kommenden 4 - 6 Jahren auf. Wenn dies nicht gelingt, wird

der „Point of no return“ überschritten, der mit noch nicht überschaubaren Problemen

für die Erdbevölkerung verbunden ist. BNE hat in diesem Prozess eine

Schlüsselstellung. Sie zielt insbesondere auf Partizipation und eine Erhöhung der

Gestaltungskompetenz der Lernenden hin.


Daher haben die Bemühungen für eine noch intensivere Implementierung von BNE

in allen Bildungsbereichen insbesondere zur Thematik des Klimawandels eine

extrem hohe Priorität. Um dies in NRW zu erreichen, werden hier wichtige

Maßnahmen zur konkreten Umsetzung genannt und von den Unterzeichnern

eingefordert:


Außerschulische Bildung


- Erhaltung und Sicherung der Umweltbildungseinrichtungen und BNE-Anbieter in

NRW. Unterstützung der Vernetzung dieser Akteure.


- Aufbau und Stärkung neuer Umweltbildungseinrichtungen und anderer BNEAnbieter,

um die vielen Lücken in der Versorgungslandschaft für BNE in NRW zu

schließen. (Zur Zeit kann aufgrund der Anzahl der Zentren, der BNE-Anbieter und

der geringen personellen Besetzung nur max. 5% der Bevölkerung in NRW erreicht

werden.)


- Schaffung von Möglichkeiten zur Förderung von Angeboten der Umweltbildung in

den Jugendverbänden und in der Jugendsozialarbeit.


- Mehr Personal in den Zentren, durch Erhöhung der finanziellen Förderung durch

Land und/oder Kommunen und die Freistellung von LehrerInnen aus dem

Schuldienst.


Schule


- Deutliche Erhöhung der Fortbildungsangebote für BNE und das Thema

Klimaschutz/Klimawandel für LehrerInnen (inkl. Freistellung).


- Verstärkte Integration der BNE in alle Lehrpläne (BNE zum Thema Klimaschutz/

Klimawandel kann in die meisten Unterrichtsfächer gut integriert werden.)


- Deutliche Verstärkung der Vermittlung der Aspekte der BNE in der

LehrerInnenausbildung an den Hochschulen.


- Einführung einer Verpflichtung für Schulen 20 % der Bildungszeit im offenen

Ganztag und in den AG’s des gebundenen Ganztages für BNE zum Thema

Klimaschutz/Klimawandel zu verwenden.


- Deutliche Erhöhung der Fortbildungsangebote für BNE und das Thema

Klimaschutz/Klimawandel für Lehrkräfte im Ganztag, z.B. in Sport.


BNE im Elementarbereich




- Verstärkte Integration der Elemente der BNE und des Themas

Klimaschutz/Klimawandel in die Ausbildung der ErzieherInnen. Nutzung der

Möglichkeiten, Praktika an außerschulischen Lernorten durchzuführen.


Berufliche Bildung


- Verstärkte Integration der Elemente der BNE und des Themas

Klimaschutz/Klimawandel in die Ausbildung und Fortbildung in allen Bereichen der

Berufsbildung.


Erwachsenenbildung


- Verstärkte Integration der Elemente der BNE und des Themas

Klimaschutz/Klimawandel in die Ausbildung und Fortbildung in allen Bereichen der

Erwachsenenbildung.


- Erhöhung der Anzahl der Forschungs- und Erprobungsprojekte zur Optimierung

der Bildungsangebote der verschiedenen Bildungsträger - auch im informellen

Lernen - in NRW in Hinsicht auf eine für diesen Bereich adaptierte BNE zum

Thema Klimaschutz/Klimawandel. Dies wäre auch eine willkommene Unterstützung

der Bildungsarbeit z.B. der Kolpingbildungswerke, VHS, Arbeiterwohlfahrt, Rotes

Kreuz usw.


Hochschule


- Verstärkte Integration der Elemente der BNE und des Themas

Klimaschutz/Klimawandel in die Hochschulen.


Impulse zur Realisierung

Es sollen geeignete Finanzierungs- und Anreizelemente geschaffen werden. Z.B.


- Schaffung eines Fonds „Förderung der BNE in NRW“ für regelmäßige,

konstante Bildungsaktivitäten von Organisationen, Vereinen,

Umweltbildungseinrichtungen und Schulen.


- Erhöhung des Stiftungskapitals der Stiftung für Umwelt und Entwicklung NRW,

der zur Zeit einzigen Landesstiftung für Projekte in der BNE.


- Zahlenmäßiger Ausbau und inhaltliche Ausweitung der Freiwilligendienste im

Sinne der BNE, z.B. des FÖJ in NRW.


- Integration der Aspekte der BNE, insbesondere des Klimas bei der

Weiterentwicklung oder bei der Neuerstellung von Richtlinien und Lehrplänen

im Bildungsbereich.


- Integration der Aspekte der BNE, insbesondere des Klimas bei der Weiterentwicklung

oder Aufstellung von Förderrichtlinien in NRW. Aktive Prüfung der

Förderrichtlinien der verschiedenen Ministerien (z.B. Landesjugendplan).


- Schaffung einer zentralen unabhängigen Stelle (BNE-Beratungszentralstelle

für Fördermittel), die Bildungsträger der BNE bei der Recherche von

Fördermitteln, z.B. EU oder Stiftungen, aktiv unterstützt (gern auch in

Zusammenarbeit mit anderen Förderbereichen wie z.B. dem Naturschutz).


- Schaffung einer zentralen Stelle (BNE-Beratungszentralstelle für Kommunen),

welche aktiv Impulse an Kommunen, Kreise, Wirtschaft oder sonstige Förderer

mit dem Ziel der Förderung der BNE aussendet. Positive Vorbilder für die

kommunale Förderung von BNE gibt es schon aus Köln, Bielefeld oder Bonn.


- Erhöhung der Akzeptanz der BNE in der Bevölkerung durch Förderung und

Ausrufung geeigneter Projekte, Kampagnen oder Wettbewerbe.


- Aufbau eines SeniorExpert-Netzes NRW für BNE, insbesondere unter dem

Aspekt Klima.


- Mehr Personal in den NRW-Ministerien, die sich mit Belangen der BNE

beschäftigen.


- Unterstützung der Lernorte wie Schulen, Umweltbildungseinrichtungen,

Kindergärten und Tagesstätten, um ihre Vorbildfunktion im Sinne des

Klimaschutzes noch stärker auszufüllen – z.B. CO2 neutrale Schule, Einsatz

von regionalen und Bioprodukten in der Schulmensa usw.


Einstimmig verabschiedet am 25-1-2010 von der Projektgruppe

Naturschutz/Umweltbildung im Forum „Aktion Zukunft Lernen“:


Andrea Donth, Natur- und Umweltschutzakademie NRW (NUA)

Ingrid Gertz-Rotermund, Stadt und Land in NRW

Marcel Hövelmann, Querwaldein e.V.

Anna Klüsener, Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg, Diözesanverband Köln

Dr. Hans-Martin Kochanek, NaturGut Ophoven e.V.

Paul Kröfges, BUND NRW

Mareike Kursawe & Bettina Labesius, BUNDjugend NRW

Gerhard Naendrup, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald NRW

Sabine Nagl, NaturFreunde NRW

Eva Pier, Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW (LAG 21)

Ulrike Schell, Verbraucherzentrale NRW

Susanne Stahlschmidt, Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung (ANU) NRW

Tobias Thiele, Naturfreundejugend NRW

Josef Tumbrinck, NABU NRW

Stephan Vielhaber, Köllerholzschule Bochum

Hans Wacha, Landesarbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit NRW (LAG JSA NRW)

Christoph Weiß, Albrecht-Dürer-Realschule Dortmund

(Aufgrund ihrer beruflichen Bindung haben sich die Mitglieder von Seiten der

Landesregierung an diesem Prozess nicht beteiligt.)



Folgende Verbände unterstützen diese Resolution:


Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung NRW

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband NRW

BUNDjugend NRW

Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg, Diözesanverband Köln

Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW

Landesarbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit NRW

Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt Nordrhein-Westfalen

NaturFreunde NRW

Naturfreundejugend NRW

Naturschutzbund Deutschland, Landesverband NRW

Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband NRW

Stadt und Land in NRW

Verbraucherzentrale NRW